notizen aus dem beteiligungsuniversum

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Diesen Satz kann man auf drei unterschiedliche Arten betonen. Mit einer Betonung auf das „wir“ macht er deutlich, dass wir alle es sind, die zum Klimawandel beitragen. Was im Umkehrschluss auch heißt, dass es uns alle braucht, um im Klimaschutz etwas zu bewegen.

Mit einer Betonung auf das Wort „machen“ fokussiert dieser Satz die Handlungsorientierung. Es gibt mittlerweile so viel Wissen, es gibt viele Ideen und Konzepte – jetzt geht es ums Tun!

Und schließlich das Wort „Klima“. Damit ist in erster Linie das natürliche Klima gemeint – eben jenes, das sich durch Treibhausgasemissionen verändert, mit all seinen Auswirkungen. Ich möchte in diesem Kontext „Klima“ gerne aber auch als das gesellschaftliche Klima verstanden wissen. Damit meine ich, wenn wir alle etwas tun, wenn wir im Klimaschutz aktiv werden, also handeln, dann tragen wir auch zur Veränderung der Gesellschaft bei.

Viele Menschen schätzen die Möglichkeiten zum Klimaschutz beizutragen gering ein und engagieren sich deshalb nicht. Das berichten in diesem Bereich tätige AkteurInnen wie z.B. die Klima- und EnergiemodellregionsmanagerInnen immer wieder. Es gelingt oft schwer, Menschen für Veranstaltungen und Initiativen zu begeistern – sei es die Teilnahme am E-Carsharing in der Region oder der Umstieg auf regional produzierte Bioprodukte. Gleichzeitig gibt es aber auch viele Menschen, die von sich aus aktiv werden – weil sie es satt haben, auf das Tätigwerden der (internationalen) Politik zu warten. Mich persönlich machen diese Initiativen – seien es Sharing-Initiativen, Food-Coops, Mobilitätsalternativen etc. – wirklich froh. Es tut sich was, es wird „gemacht“! Immer wieder aber wird dabei das Rad mehrfach und parallel neu erfunden. Und Menschen brennen für ihre Ideen – und brennen dabei leider oft auch aus.

Aus all dem wird deutlich, dass wir Beteiligung im Klimaschutz-Kontext immer wieder aufs Neue gut überlegen und planen müssen. Ich sehe hierzu vor allem drei Ansatzpunkte:

  • Vernetzung und Wissenstransfer: Ganz besonders im Bereich der zivilgesellschaftlichen Initiativen „von unten“, aber auch für intermediäre AkteurInnen wie die Klima- und EnergiemodellregionsmanagerInnen ist es wichtig, Erfahrungen auszutauschen, good practices kennenzulernen und Hinweise über Stolpersteine zu bekommen – man muss nicht jede Erfahrung selber machen!
  • Aktivierung: alle müssen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – aber es müssen nicht immer „alle“ mit jedem Projekt angesprochen und aktiviert werden. Beteiligungsangebote zielgruppenspezifischer zu denken und die Aktivierung passgenauer zu machen hilft, die Ressourcen gezielter einzusetzen – auch eine Form von Energieeffizienz!
  • „Blended Participation“: Ich bin ein Fan von persönlichen Begegnungen, aus vielerlei Hinsicht. Aber müssten wir nicht gerade im Klimaschutz-Kontext auch das neu überdenken und noch viel mehr als bisher auf Beteiligungsprozesse setzen, die reale Begegnungen UND Online-Partizipationsmöglichkeiten bieten?

Außerdem: neben Klimaschutz müssen wir uns auch vermehrt mit der Anpassung an den Klimawandel beschäftigen. Denn egal was wir im Bereich des Klimaschutzes auch erreichen: wir werden die Folgewirkungen des Klimawandels in den nächsten Jahren mehr und mehr zu spüren bekommen – und müssen uns darauf vorbereiten.

In diesem Sinne: machen wir ein gutes Klima!